#07 Von der Steuerfachangestellten zur Steuerberaterin: So klappt der Weg ohne Studium
Shownotes
Steuerberaterin werden ohne Studium: Geht das wirklich? In dieser Folge von „Zwischen Lernen & Leben“ spricht Alexandra Kandler, Geschäftsführerin von KNOLL, mit Jasmin Roder, Steuerberaterin und Vorständin im Verein Junge Steuerberaterinnen und Steuerberater e. V.. Jasmin ist keinen klassischen Weg gegangen: erst Kauffrau für Marketingkommunikation, dann Steuerfachangestellte, Steuerfachwirtin und schließlich Steuerberaterin.
Du erfährst:
- warum der Steuerfachwirt ein guter Zwischenschritt zur Steuerberaterprüfung ist
- wie du Vorbereitung, Freistellung und Kosten früh mit deinem Arbeitgeber planst
- wie du mit schlechten Testklausuren und Prüfungsangst umgehst
- ob dir ohne Studium etwas fehlt
- warum die Steuerbranche so vielseitig ist
Unser Tipp aus der Folge: Nicht lange zweifeln, sondern ins Tun kommen und früh mit dem Arbeitgeber sprechen. Wenn du dir den nächsten Karriereschritt zutraust oder noch zweifelst, ist diese Folge genau das Richtige für dich!
Alles rund um die Steuerberaterprüfung: https://knoll-steuer.com/
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00:00:00: Hallo und guten Abend zusammen.
00:00:03: Willkommen zu unserem Live-Video-Podcast von KNOLL, in dem es um den Weg vom Steuerfachangestellten zur Steuerberaterin geht.
00:00:16: So geht es ohne Studium!
00:00:18: Ich habe heute einen ganz besonderen Gast bei mir, das ist Jasmin Roder, Vorständin im Verein Junge Steuerberaterinnen und Steuerberater.
00:00:30: Und natürlich selbst auch Steuerberaterin!
00:00:34: Wir haben... natürlich im Studio unseren Gabriel und Nicole im Chat.
00:00:39: Und haben hier in unserem Live-Video Podcast natürlich auch einzigartig die Möglichkeit, im Chat Fragen zu stellen, die wir hier live beantworten.
00:00:48: Die Aufzeichnung steht dann auf unserer Webseite und als Podcast zur Verfügung.
00:00:56: Aber erstmal willkommen an meinen Gast Jasmin.
00:01:01: Vielen Dank.
00:01:01: Magst du dich noch mal kurz vorstellen?
00:01:03: Ja genau, Jasmin ist mein Name.
00:01:04: Ich bin einunddreißig Jahre alt und bin inzwischen seit über zehn Jahren in der Steuerbranche irgendwie gelandet.
00:01:11: Und wie schon erwähnt: Weg von der Steuerfachangestellten, Steuerfachwirtin zur Steuerberaterin, und darüber wollen wir heute ein bisschen reden und eben auch über den Vorstand vom Verein Junge Steuerberaterinnen und Steuerberater.
00:01:22: Den gibt es auch nicht so lange.
00:01:24: Deswegen sind wir natürlich immer noch ein bisschen im Werbeblock unterwegs, aber dazu sprechen wir bestimmt auch heute noch ein bisschen.
00:01:31: Genau.
00:01:32: Und die Steuerbranche ist ja eine Branche, in der man ohne Studium wirklich einen solchen Karriereweg hinlegen kann und das ist wirklich das Besondere und deswegen wollen wir auch werben für den Ausbildungsberuf Steuerfachangestellte, weil man eben hier auch ohne Studium bis hin zum Steuerberater, zu einem freien Beruf, landen kann.
00:02:01: Du hast es gerade angesprochen, der Verein Junge Steuerberaterinnen und Steuerberater.
00:02:07: Was macht der Verein?
00:02:08: Genau, wir haben uns vor ein paar Jahren gegründet, kurz nach unserer eigenen Steuerberaterprüfung. Lass mich lügen, 2024 so was, um den Dreh herum. Genau, weil wir das Gefühl hatten, dass andere Vereinigungen uns nicht abbilden als junge Menschen, und wo es auch ein bisschen darum ging.
00:02:25: Weil wenn man in der Gesellschaft mal fragt, wie sieht denn so ein Steuerberater aus?
00:02:28: Und das ist meistens ein Mann Mitte fünfzig mit grauen Haaren.
00:02:32: Da muss man einfach sagen, dass das so nicht ist.
00:02:34: Und dieses verstaubte Bild wollen wir quasi auch ein bisschen auflockern.
00:02:38: Deswegen haben wir den Verein gegründet um zum einen etwas Öffentlichkeitsarbeit für den Beruf zu machen.
00:02:43: Wir gehen an Unis, wir gehen an Schulen und wollen für den Beruf werben, nicht nur Fünfundfünfzigjährige mit weißen Haaren quasi, und uns beiden sieht man, dass das nicht unbedingt so ist.
00:02:57: Dass sich das ein bisschen ändert. Dann geht es einfach auch ein bisschen darum, unsere Interessen zu vertreten.
00:03:02: Wir haben als, sage ich mal, Dreißiger-Steuerberaterinnen und Steuerberater einfach andere Interessen vielleicht als jemand, der Richtung Ruhestand geht. Und wir sehen uns da bei der Kammer zum Beispiel jetzt auch nicht komplett abgebildet.
00:03:16: Wenn man sich den Vorstand mal anschaut, dann sind wir da jetzt unbedingt nicht vertreten.
00:03:22: Das soll keine Kritik sein oder Konkurrenzvereinigung sein, sondern einfach eine Ergänzung.
00:03:27: Ich glaube, das sieht die Kammer auch so. Und es geht auch ein bisschen darum, einander näher zu bringen und Networking zu betreiben.
00:03:34: Wir organisieren hier regelmäßig Stammtische sowohl im ländlichen Raum wo es dann einfach fünf Leute sind, die zusammen im Wirtshaus hocken und Bier trinken als auch größere Veranstaltungen.
00:03:44: Hatten wir erst vor ein, zwei Wochen, dass wir bei einer größeren Steuerberatungsgesellschaft waren, die den Abend ausgerichtet
00:03:51: hat. Da kann man kommen muss dafür auch kein Mitglied sein an dieser Stelle. Man kann sich einfach anmelden und so kommen.
00:03:56: Freuen tut es uns natürlich, wenn man Mitglied wird, aber es ist dann meistens so, dass es einen Vortrag gibt.
00:04:01: Letztes Mal war's zum Thema KI sehr spannend dass man sich einfach austauscht und man kriegt einfach ein bisschen andere Meinungen, Input.
00:04:08: Das ist wirklich immer ein schöner Abend, muss ich sagen.
00:04:10: Genau!
00:04:11: Ja, das macht der Verein.
00:04:13: Und wie wird man da Vorstand?
00:04:15: Also...
00:04:16: Ich bin Gründungsmitglied. Deswegen gab's ja natürlich auch nicht so viel Auswahl.
00:04:20: Okay.
00:04:21: Genau.
00:04:22: Ich glaube, jetzt stehen Neuwahlen an, aber wir waren einfach die Gründungsmitglieder, wer hatte Lust?
00:04:28: Und wir waren glaube ich so sieben, acht Gründungsmitglieder.
00:04:30: Kann man auf der Website auch gerne nachschauen und der Jonas und ich machen zusammen den Vorstand, und der Jonas macht da eben ganz viel Orga mit Unis usw.
00:04:40: Das ist dann doch mehr Arbeit als man denkt.
00:04:42: Also wenn man sich engagieren möchte an dieser Stelle gerne aufgerufen, sich auch zu melden.
00:04:46: Gut!
00:04:48: Ja aber wir wollen ja heute über Karriere sprechen und insbesondere über deinen besonderen Karriereweg... Der begann ja nicht unbedingt in der Steuerbranche.
00:04:57: Also
00:04:58: ich
00:04:59: meine zu wissen, dass er woanders begonnen hat.
00:05:02: Genau!
00:05:02: Ja, also, ich bin nicht den klassischen Weg gegangen, sondern ich habe erst mal was anderes gemacht.
00:05:08: Ich bin gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation, das heißt Werbeagentur, Projektmanagement, Fotoshootings und so was. Und ich hab da viel gelernt, verstehe mich nicht falsch, aber ich habe immer gern die Zahlen gemacht, ich habe gerne die Rechnung geschrieben.
00:05:25: Da war mir natürlich noch nicht ganz klar, dass der Job Steuerfachangestellte doch ein bisschen was anderes bedeutet.
00:05:31: Aber im Endeffekt habe ich gern die Zahlen gemacht, die Kalkulationen, mich in die Excel-Tabellen, die irgendwelche großen Autokonzerne unbedingt haben wollten, wenn man an einer Ausschreibung teilgenommen hat.
00:05:40: Da habe ich mich immer gerne reingefuchst.
00:05:43: Und dann habe ich auch gedacht... Das klingt doof vielleicht mit der Steuerbranche, aber ich wollte nicht ein Burnout haben.
00:05:51: Weil ich hab schon als Azubi die Woche gearbeitet
00:05:55: und
00:05:56: das ist in der Werbebranche so.
00:05:57: Und das habe ich dann irgendwie auch nicht eingesehen und hab dann Gott sei Dank auch familiär bedingt die Möglichkeit gehabt noch eine Ausbildung zu machen.
00:06:05: Das ist auch nicht selbstverständlich muss man an der Stelle auch sagen.
00:06:09: Ab einem gewissen Punkt muss man in seinem Leben irgendwann mal Geld verdienen. War okay, was man verdient.
00:06:15: Aber ich glaube inzwischen ist es deutlich mehr.
00:06:18: Aber dann habe ich eben noch mal eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten.
00:06:21: Wobei ich da eben sagen muss, ich hab's mir anders vorgestellt, als das dann war.
00:06:26: Und wie kamst du auf die Idee?
00:06:28: Wer hat dir das empfohlen?
00:06:30: Also...
00:06:30: Ich habe gegoogelt.
00:06:31: Wo kommen denn Zahlen vor!
00:06:32: Okay, und dann hast du wahrscheinlich gemerkt, dass die Ausbildung doch anspruchsvoller ist als gedacht, oder?
00:06:41: Ich
00:06:41: hatte mich tatsächlich sogar durch Zufall schon mal als Steuerfachangestellte beworben.
00:06:45: Als ich mich auch für Kauffrau für Marketingkommunikation beworben habe, da habe ich mich aber für diverse Berufe beworben, muss man sagen, und der Mann hat damals zu mir gesagt, das war ein älterer Herr, wo ich zum Bewerbungsgespräch war, und er meinte, ich muss jeden Tag um neun ins Bett gehen, weil es einer der anspruchsvollsten Ausbildungsberufe ist, den wir in Deutschland haben.
00:07:05: Und darüber habe ich aber ehrlich gesagt auch nicht so viel nachgedacht.
00:07:09: Ich hatte einfach ein gutes Gefühl dann bei dem Bewerbungsgespräch, wo ich damals war und hatte da einfach eine tolle Ausbildung.
00:07:16: Es war eine schöne Zeit und ich hatte das Glück dass es mir tatsächlich dann lag.
00:07:21: Das habe ich in der Marketingkommunikationsausbildung in der Berufsschule gemerkt.
00:07:24: Da gab's auch Buchführungen oder sowas ähnliches als Fach, wo schon so ein bisschen noch mit Tee konnten und so was ganz alt.
00:07:35: Auch noch, aber das Wetter wurde inzwischen nicht mehr so gelehrt.
00:07:40: Wo ich schon recht gut war und dann ist mir das relativ schnell gelegen.
00:07:44: Ich habe sehr schnell Bilanzen gemacht, kleine, ohne dass jemand es mir erklärt hat, einfach mit Vorjahren.
00:07:49: Die Menschen wissen, wovon ich spreche.
00:07:50: Mit Vorjahren kann man viel erreichen!
00:07:53: Und so hat sich das dann irgendwie entwickelt und irgendwie bin ich dann dageblieben bis heute zehn Jahre später.
00:08:00: Sehr gut.
00:08:05: Dass eben viele dieses Feedback kriegen:
00:08:07: Oh, es ist super anstrengend, diese Ausbildung, und macht doch lieber was anderes, was Interessanteres.
00:08:13: Also warum sollte man sich vor einer Karriere in der Steuerbranche nicht scheuen?
00:08:19: Ich glaube das Thema Mach was Interessanteres ist falsch.
00:08:22: Also man muss sich natürlich schon ein bisschen dafür interessieren.
00:08:24: Aber was ich immer toll fand, war, dass man in so vielen verschiedenen Branchen schauen kann.
00:08:30: Da kommt es natürlich immer darauf an, in was für einer Kanzlei man arbeitet.
00:08:33: Aber da hatte ich Ärztinnen und Ärzte.
00:08:36: Ich hatte eine Kinderwunschpraxis, die immer größer geworden ist.
00:08:39: Dann hat man Bauunternehmen, Handwerker, von jedem etwas, aber vielleicht auch mal ein Krankenhaus.
00:08:44: Also das ist wahnsinnig vielseitig!
00:08:46: Und ich habe eher in einer kleineren Kanzlei gearbeitet.
00:08:49: Das heißt, man hat auch immer mit den Inhabern zu tun.
00:08:52: Und das fand ich toll.
00:08:53: Das ist doch ein Job
00:08:54: mit Menschen.
00:08:55: Also, Menschenscheu sollte man vielleicht nicht sein, weil man telefoniert dann doch viel.
00:09:00: Mein einer Chef hat immer zu mir gesagt er sei eher Psychologe als Steuerberater, und das hat, glaube ich, hier und da durchaus auch gestimmt.
00:09:07: Ja es stimmt schon und ich glaub insbesondere im Zeitalter von KI und wenn die Leute womöglich ihre Steuererklärungen selber machen aber irgendwann mal kommen sie an einen Punkt wo Sie dann die Beratung brauchen und die Beratung eines Steuerberaters oder Es regt ja nicht nur der Steuerberater, du hast wahrscheinlich auch relativ früh schon den Kontakt gehabt.
00:09:30: Wird immer wertvoller gerade in diesem digitalen Zeitalter.
00:09:34: Die Menschen sind sich unsicher mit dem Finanzamt.
00:09:36: Also das ist glaube ich ganz oft das Thema.
00:09:38: Und wie du auch sagst, also man kriegt wirklich mit, wie sich diese Firmen weiterentwickeln.
00:09:43: Du hast Unternehmensgründungen wo vielleicht hier zwei eine GbR gründen die dann wirklich aussteigen... Also man kriegt das von Jahr zu Jahr mit und es ist schon wirklich sehr interessant.
00:09:55: Man kennt mit der Zeit einfach seine Menschen. Gibt's natürlich auch immer, bis hin zum Thema Erbschaft- und Schenkungsteuer.
00:10:00: Das betrifft einen vielleicht irgendwann auch mal selber im Leben, dauert natürlich hoffentlich noch lange, aber es betrifft einen ja dann auch selber und man merkt dann auch wie Leute in einem Umkreis einen natürlich schnell Sachen fragen.
00:10:12: Es kann schön sein, das kann auch nervig sein!
00:10:14: Das wissen glaube ich alle die in dem Bereich arbeiten, den Anwältinnen und Anwälten wird es wahrscheinlich ähnlich gehen.
00:10:19: Du, ich habe da mal eine Frage.
00:10:20: Ja genau, ich hab da mal ne Frage und die Antwort kommt drauf an, kommt nicht so gut an.
00:10:26: Ja,
00:10:26: genau.
00:10:33: Oder wann wusstest du, dass du die Fortbildung zum Steuerfachwirt machen willst?
00:10:38: Ich glaube da hat mich mein Chef im richtigen Moment meines Lebens abgefangen.
00:10:42: Der hat gespürt, dass ich gerade überlege abzuhauen.
00:10:46: Oh okay!
00:10:47: Tatsächlich habe ich überlegt ob ich jetzt noch mal ein Au-pair mache oder irgendwie ins Ausland gehe oder so wobei das bei mir immer gleich bedeutet hätte natürlich Wohnungskündigung, alles.
00:10:56: Ich bin relativ früh ausgezogen.
00:10:58: Ich konnte also nicht einfach mal Dinge machen die kein Geld einbringen, das war nicht so einfach.
00:11:04: Und er hat es irgendwie gespürt, hatte dann mit einer Trennung zu tun.
00:11:07: Aber der hat es gespürt und hat mich dann eingefangen und sich mit mir an den Tisch gesetzt und hat meinen Lebenslauf rausgeholt, den ich ihm geschrieben habe, als ich mich beworben habe zur Steuerfachangestellten.
00:11:17: Und damals war es üblich, dass man angibt was das Berufsziel ist.
00:11:23: Ich habe dann natürlich pauschal Steuerberaterin hingeschrieben.
00:11:26: Das wäre meine nächste Frage gewesen, war das schon immer klar?
00:11:29: Eigentlich nicht aber ich dachte klingt gut.
00:11:32: Habe ich hingeschrieben, und dann wurde der ausgedruckt bei diesem Gespräch, und dann haben sich vor mir hingesetzt meine beiden Chefs und haben es mit Leuchtstift markiert und meinten: Jasmin, wie schaut's aus?
00:11:42: Jetzt machen wir da jetzt weiter!
00:11:44: Und da hat er einfach einen guten Moment in meinem Leben abgepasst mich da einzufangen vom Abhauen, vom Leben so ein bisschen wieder in die richtige Richtung zu kriegen.
00:11:57: Von seiner Meinung her, aber es war, glaube ich, auch der richtige Weg und von ihm ein guter, empathischer Moment, den er da hatte, genau.
00:12:04: Und dann meinte er: Mach doch mal, informiere dich doch mal.
00:12:06: Dann habe ich das gemacht und mich informiert. Und man hat dann ja auch immer Kontakt mit Leuten, mit denen man in der Berufsschule war.
00:12:13: Dann habe ich mit zwei Freunden zusammen, haben wir gleichzeitig den Fachwirt gemacht bei den unterschiedlichen Instituten.
00:12:19: Da war eventuell jemand auch bei KNOLL natürlich und so ist es weitergegangen und hat dann Gott sei Dank auch geklappt.
00:12:28: Es ging los kurz vor Corona, also ich bin ein Präsenzmensch was so Unterrichtssachen angeht und ich wollte irgendwo hingehen wo ich Menschen sehe.
00:12:39: Und es hat dann auch anders funktioniert.
00:12:41: Aber da mussten ja alle nun mal schnell umstellen und das war auch damals so... Auch die Dozenten mussten sich damit erst arrangieren, teilweise, als dann spontan wegen Corona doch alles online war.
00:12:52: Und das hat am Ende funktioniert.
00:12:55: Durchweg schöne Zeit, muss man sagen.
00:12:57: Wobei ich hab mit dem Rauchen aufgehört.
00:13:00: Ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe in der Prüfungszeit, aber irgendwie habe ich einfach beschlossen, mal nicht, und hab auch nie wieder angefangen.
00:13:04: Sehr gut!
00:13:05: Und jetzt bist du Fan von Digitalkursen und brauchst keine Präsenzkurse mehr?
00:13:09: Nee, das
00:13:10: würde ich jetzt ohne Frage.
00:13:10: Ich glaube es hat beides seine Vorteile.
00:13:13: Also das habe ich beim Berater dann auch gemerkt.
00:13:17: Da hatte ich die Möglichkeit zu switchen und da hatte ich einen Dozenten in einem Fach... ich kam nicht klar mit ihm.
00:13:24: So ist es einfach manchmal.
00:13:26: Ganz ehrlich, ich habe ihn nicht verstanden, er hat einen starken Dialekt, und dann konnte ich in den Online-Teil, da wurde aufgezeichnet, und den konnte man dann auch schneller und langsamer abspielen, je nachdem, wie schnell die Menschen geredet haben, oder einfach noch zehn Minuten auf Pause drücken und einmal frische Luft schnappen.
00:13:41: Sehr zu empfehlen ist wichtig Und das war praktisch.
00:13:47: Wenn man sich auf Präsenz festlegt oder nur auf online oder was auch immer,
00:13:50: kannst du den Dozenten schlecht wechseln, und ich hatte so ein hybrides System, das war sehr praktisch.
00:13:54: Oder um etwas nochmal von der anderen Seite zu beleuchten weil man es nicht verstanden hat.
00:13:59: Also es hat da durchaus seine Vorteile.
00:14:01: Aber so ist jeder Mensch
00:14:01: anders, muss man auch sagen. Meine Freunde haben fast alles nur digital gemacht, und das hat ja auch geklappt, da hat man keinen Fahrtweg.
00:14:10: Also war klar Ziel Steuerberater, aber ich mache erst mal den Steuerfachwirt und dann den Steuerberater weil es eine gute Grundlage ist oder?
00:14:17: Nein.
00:14:17: Ich habe eigentlich immer gesagt, ich mach den nicht.
00:14:19: Okay.
00:14:21: Man erkennt ja Leute in der Arbeit und Freunde und Kollegen die das machen Und ich hab ja gesehen wie's denen geht in der Vorbereitung.
00:14:27: Es hat mich schon erstmal abgeschreckt und dann hab' ich mich aber nach dem Fachwirt gefragt was soll denn jetzt noch kommen?
00:14:33: Also ein bisschen.
00:14:34: Und natürlich muss man auch mal sagen an der Stelle, es ist völlig in Ordnung, Steuerfachwirtin oder Steuerfachwirt zu bleiben.
00:14:40: Ja das ist ein toller Beruf!
00:14:42: Ich war zum ersten Mal zufrieden mit meinem Gehalt, muss ich sagen als ich dann Steuerfachwirtin war.
00:14:47: Aber ich habe mich gefragt, ich war irgendwie, weiß nicht, siebenundzwanzig oder sowas und hab mir gedacht ja, was kommt denn jetzt noch?
00:14:54: War's das jetzt?
00:14:55: Will ich für immer dieses Gehalt verdienen?
00:14:58: Und ich wusste immer, also wenn ich's nicht gleich mache, mache ich's nie.
00:15:03: Und dann habe ich quasi direkt durchgezogen und das direkt hintendran gehängt, und es war Gott sei Dank von Erfolg gekrönt.
00:15:10: Weil ich glaube, ich hätte mich dann mit Mitte dreißig vielleicht geärgert dass ich's nicht mal probiert hab.
00:15:15: Das ist glaube ich der Punkt.
00:15:16: Man sollte es zumindest probiert haben, damit man sich später nicht ärgert.
00:15:23: Also würdest du dem Steuerfachwirt empfehlen direkt weiterzumachen?
00:15:27: Gar nicht erst zu warten?
00:15:29: Zwischen Steuerfachangestellte und Steuerfachwirt, meinst du?
00:15:31: Nee, für Steuerfachwirt zum Steuerberater.
00:15:34: Ich glaub das muss jeder für sich selbst entscheiden.
00:15:35: Also ich glaube dass es meiner Psyche vielleicht auch nicht geschadet hätte, noch eine Pause zu machen.
00:15:41: Also wahrscheinlich hatte ich ein Jahr Pause, ich glaube ich hatte im Mai meine mündliche Prüfung zur Fachwirtin und dann nächstes Jahr ging der Präsenzkurs Beraterin los.
00:15:52: Also im Endeffekt hatte ich eine Pause aber mental war ich schon total drin.
00:15:56: Mit: Welches Institut sucht man sich aus?
00:15:58: Macht man was vor Ort, dann braucht man im Zweifel 'ne Wohnung etc.
00:16:02: Ich war da kopfmäßig schon total drin.
00:16:04: Ich habe mir viele Stimmen angehört von Kolleginnen und Kollegen die schon Berater sind, vielleicht auch eine Niederlassung, eine Firma leiten, Unternehmen leiten mit angestellten Steuerfachwirten
00:16:16: usw.,
00:16:17: hab mir einfach viele Meinungen eingeholt, so ein bisschen.
00:16:19: Und hab dann beschlossen ich würde es bereuen, wenn ich das nicht ausprobiere.
00:16:24: Lass uns nochmal zum Steuerfachwirt zurückgehen!
00:16:27: Wie hat sich dieser Karriere-Schritt angefühlt?
00:16:29: Also, was hat sich in deiner täglichen Arbeit geändert.
00:16:32: Hast du das gespürt oder hast du weiterhin das gemacht ...
00:16:35: Auf meinem Konto hab ich's gespürt!
00:16:38: Ja
00:16:38: gut aber es muss ja wahrscheinlich auch mit der Verantwortung zu tun gehabt haben.
00:16:42: Oder hast Du vor dem Fachwirt schon eine große Verantwortung
00:16:45: gehabt?
00:16:45: Ich glaube, es ist eher der Punkt gewesen, dass ich schon als Steuerfachangestellte viele Dinge sehr selbstständig und einfach so mein Ding gemacht habe. In jeder Kanzlei auch ein bisschen unterschiedlich.
00:16:58: Für mich war der Fachwirt einfach nur ein Unterschied, finanziell betrachtet.
00:17:02: Also ich habe eigentlich das Gleiche gemacht, wie vorher, kam mir so vor. Vielleicht würden es meine Vorgesetzten anders sehen?
00:17:07: Ich glaube es aber eigentlich nicht!
00:17:09: Aber ich hab vorher schon sehr viel gemacht und hab nur endlich dann noch das Geld verdient was ich dafür verdienen sollte.
00:17:16: Und es war in den internen Firmenrichtlinien aber nur mit einem besseren Titel möglich. Und deswegen war das dann quasi der Weg und hat sich dann aber auch gelohnt.
00:17:25: Als Zwischenschritt für den Berater kann ich es nur empfehlen, also aus meiner Perspektive.
00:17:30: Weil diese Klausurtechnik mit der man sich ja irgendwann auseinandersetzen muss ist im Fachwirt schon die gleiche.
00:17:37: Da muss man nicht nochmal... weil ich glaube, dass das ein großer Punkt ist, diese Technik zu erlernen.
00:17:43: Für was kriegt man eigentlich Punkte?
00:17:44: Was musst du hinschreiben und wie
00:17:45: usw.?
00:17:46: Im Fachwirt passiert das schon!
00:17:48: Ja.
00:17:48: Und das ist ein großer Vorteil?
00:17:50: Ja, man sagt ja nicht umsonst dass der Steuerfachwirt der kleine Steuerberater
00:17:55: ist.
00:17:55: Genau, ich habe auch mal was gehört, angeblich siebzig Prozent vom Berater sind der Fachwirt, oder andersrum. Genau, und dass irgendwie die Note vom Fachwirt
00:18:05: plus eins die Note ist, die man beim Steuerberater hat, und ich glaube, es kommt bei mir ungefähr hin, muss man sagen. Also beim Berater war ich ein bisschen besser als das Plus eins, sonst wäre ich durchgefallen, aber es hat bei mir gestimmt.
00:18:21: Das klingt ja nach einem sehr geradlinigen Weg, also war das so?
00:18:26: War es immer so rosig und einfach für dich oder...
00:18:31: Gar nicht!
00:18:32: Also als Steuerfachangestellte schon, muss ich sagen, weil es mir einfach lag.
00:18:37: Also das war vielleicht auch das erste Mal in meinem Leben dass sich wirklich Das ist ja ein Unterschied zur Schule früher, wo man vielleicht nicht gerne hingegangen hat.
00:18:45: Man hat irgendwie geredet im Unterricht oder so.
00:18:47: Aber das war ja das erste mal etwas, wo ich quasi sein wollte, und ich habe beim Unterricht aufgepasst.
00:18:53: Ich hab im Unterricht mitgemacht und ich musste dafür dann nicht lernen.
00:18:57: Also ich hatte doch Freundinnen, die hinten unter der Bank eine Zeitschrift durchgeblättert haben.
00:19:02: Die mussten sich dann halt abends hinsetzen und für die nächste Klausur lernen und ich musste das nicht, weil zum einen lag es mir und ich habe im Unterricht mitgemacht, aufgepasst und habe auch die Ausbildung verkürzt, genau relativ massiv.
00:19:16: Weil ich ja schon eine Ausbildung hatte und dann natürlich auch der Punkt, man will irgendwann mal mehr Geld verdienen als dieses Ausbildungsgehalt, hat mir schon irgendwie so ein bisschen zu denken gegeben, und dann hab' ich das verkürzt.
00:19:27: Die Ausbildung fand ich eine wunderschöne Zeit.
00:19:29: Also ich fand die Berufsschule hat es damals toll gemacht.
00:19:32: Ich hatte ganz tolle Lehrer und Lehrerinnen.
00:19:37: Das war ne tolle Zeit muss ich sagen.
00:19:40: Danach, man ist dann ja auch ... Was war ich?
00:19:43: Anfang zwanzig und so.
00:19:44: Das war eine schöne Zeit im Leben, finde ich, wo man sehr frei ist.
00:19:48: Und man hat irgendwie noch nicht so viele Verpflichtungen.
00:19:50: Dann kam das mit dem Fachwirt.
00:19:52: Und es war halt gleichzeitig Corona.
00:19:53: Ich glaub, das hat natürlich nicht geholfen.
00:19:56: Weil der Fachwirt, das ist schon mal ein gewisser Druck, der da auf einem lastet...
00:20:00: Die Prüfung oder als Fachwirtin zu arbeiten?
00:20:03: Nee, die Prüfung, genau!
00:20:05: Die Prüfung, weil es ja schon eine Drucksituation ist und es ist auch schwer, darf man nicht vergessen.
00:20:14: Ich glaube dazu kam natürlich Corona, dass niemand genau wusste, wie entwickelt sich das.
00:20:19: Alles war natürlich irgendwie alles auf einmal eine blöde Zeit.
00:20:21: Am Ende hat man's aber geschafft.
00:20:23: Ja, wir haben... ich musste die Prüfung noch mit Maske schreiben. Ja, das war furchtbar.
00:20:27: Mir haben sie mal in den Ohren so weh getan, und dann saß ich da mit einer Hand und habe es so gehalten, ganz, ganz, ganz furchtbar. Am
00:20:35: Ende hat's gereicht, die mündliche Prüfung war zu meinem Glück dann kein Problem, weil meine Vornote so gut war,
00:20:43: dass überhaupt nichts passieren konnte.
00:20:45: Im Endeffekt aber, in der Zeit war das schon hart, dieses nur Zuhause sein.
00:20:50: Man hat sich ja mit niemandem treffen können, so großartig.
00:20:54: Du konntest lernen?
00:20:56: Genau!
00:20:57: Aber kann man ja auch nicht.
00:20:57: Vierundzwanzig sieben, und man muss mal rausgehen und klar, man kann spazieren gehen und so.
00:21:03: Aber irgendwann geht einem spazieren gehen irgendwie ja auch auf den Geist.
00:21:06: Ich glaube ich saß dann mit meiner Nachbarin, sie auf ihrer Seite der Mauer, ich auf meiner, wir haben Weißwein getrunken, mittags um zwölf an irgendeinem Wochenende, immerhin etwas. Aber eine einfache Zeit war es nicht, aber am Ende war es von Erfolg gekrönt.
00:21:23: Weil man dran geblieben ist und das war für mich gerade mit diesem Online-Thema nicht einfach.
00:21:27: Und dass mir empfehlen Menschen weil ich war Single, ich war alleine so irgendwie.
00:21:34: Aber am Ende hat's geklappt und klar vielleicht hat auch sein Vorteil, dass man den Fokus nur darauf legen konnte.
00:21:39: Aber das weiß ich nicht, weil ich habe die andere Situation nicht durchlebt.
00:21:43: Aber am Ende hat's geklappt und das war doch ein guter Schritt in die richtige Richtung.
00:21:50: Jetzt habe ich hier eine Frage dazu im Chat, wie schwer war die Steuerfachwirtprüfung im Vergleich zur Steuerfachangestelltenprüfung?
00:21:58: Ja da möchte ich euch nichts vormachen!
00:22:00: Das ist eine andere Hausnummer, das muss man sagen.
00:22:04: Aber man muss sich vielleicht überlegen wieso mache ich das?
00:22:08: Und bevor man, glaube ich, zu viel überlegt, man sollte einfach ins Tun kommen, macht es, egal was dabei rauskommt, man lernt sehr viel und es fördern normalerweise auch die Arbeitgeberinnen.
00:22:23: Selbst wenn man den Fachwirt nicht schafft – ich hatte auch Freundinnen, die haben ihn dann noch mal gemacht und haben ihn geschafft – das ist in Ordnung!
00:22:31: Da braucht man sich nicht zu schämen, wenn man etwas beim ersten Mal nicht schafft oder beim zweiten Mal nicht schafft.
00:22:35: Wenn man das möchte, dann wird man das irgendwann schaffen.
00:22:38: Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man ins Tun kommt und nicht ewig zu Hause sitzt, macht es, redet mit dem Arbeitgeber.
00:22:47: Der unterstützt einen da normalerweise sehr gerne weil man lernt da wirklich einiges.
00:22:51: Ich saß dann in dieser Vorbereitung beim Berater übrigens auch hab Dinge gelernt, von denen ich vorher noch nie gehört habe, und dann fallen einem Mandanten ein, wo man denkt: Oh Gott!
00:23:02: Dann habe ich mir bei...
00:23:04: beim Fachwirt habe ich nebenbei gearbeitet.
00:23:06: Ich habe mir immer selber E-Mails geschrieben, weiß nicht, Mandant X, Y, Z prüfen, das prüfen, dies prüfen, trallala.
00:23:13: Am nächsten Montag irgendwie in der Arbeit erst mal das Thema Betriebsaufspaltung, was ich vorher noch nie im Leben gehört hatte.
00:23:19: Hab einen Mandanten durchgeprüft, wo es eventuell dann vielleicht eine war.
00:23:24: Aber es ist irgendwie niemandem aufgefallen.
00:23:27: Woher soll ich es auch wissen?
00:23:30: Genau!
00:23:30: Was ich da noch hinzufügen will... Du hast wahrscheinlich auch nicht, also geht ja von den Zulassungsvoraussetzungen her gar nicht die Ausbildung abgeschlossen und direkt mit dem Fachwirt begonnen.
00:23:41: Also man hat ja da eine gewisse Berufspraxis dazwischen?
00:23:45: Ja, das hat sich glaube ich auch verkürzt.
00:23:48: Ich meine dass es bei mir noch drei Jahre waren.
00:23:50: Wenn ich mich nicht irre müsste man mal nachlesen vielleicht hat sich's auf zwei verkürzt, weil ich glaube, alles hat sich ein bisschen verkürzt beim Berater.
00:23:57: Und der Vorteil ist natürlich auch, wenn man den Steuerberater anpeilt, dass durch den Fachwirt die Zeit kürzer wird, bis man zur Beraterprüfung gehen darf.
00:24:07: Früher waren sieben Jahre mit Fachwirttitel und jetzt sind es glaube ich sechs.
00:24:10: Ich
00:24:11: glaube, es waren acht früher.
00:24:13: So
00:24:13: irgendwie um den Dreh.
00:24:14: Genauso verkürzt die Zeit auf jeden Fall.
00:24:17: Aber ich glaube das große Wichtigere ist eben dass man da schon sehr viel lernt was man für den Berater brauchen kann.
00:24:22: Und es ist auch wirklich so, man... Also, das klingt dumm, aber man wächst mit seinen Herausforderungen.
00:24:27: Also
00:24:27: hätte ich auch nicht gedacht aber
00:24:29: ja Man sieht die Steuerfachwirte in seiner Kanzlei und denkt: Oh, das sind hier meine Vorbilder und so toll werde ich nie werden, was die alles können.
00:24:41: Aber die kochen auch noch mit Wasser und haben sich auch dahin hochgearbeitet.
00:24:48: Sind alle Menschen?
00:24:49: Ja.
00:24:49: Man
00:24:49: selber ist ein Mensch aber man kann es schaffen.
00:24:51: Genau!
00:24:52: Und man braucht einfach nur die Disziplin und die gute Vorbereitung und den Willen und irgendwo auch das Interesse für das Fach an sich.
00:25:05: Aber das merkt man glaube ich in der Ausbildung relativ schnell.
00:25:09: Habe ich selber auch in der Ausbildung mit Azubis gemerkt, ob es für jemanden was ist oder nicht?
00:25:13: Genau, also, aber ich glaub, das weiß man selber einfach am besten.
00:25:17: Also eigentlich kann man jedem mitgeben wenn die Ausbildung Spaß gemacht hat und gut war und man die Arbeit in der Kanzlei mag dann auf jeden Fall weitermachen.
00:25:27: Ja man sollte sich auch nicht immer von anderen Menschen verunsichern lassen.
00:25:30: Ich hatte eine Kollegin, griechische Muttersprache, erst mit Anfang, Mitte zwanzig nach Deutschland gekommen, und der hat man gesagt, Steuerfachangestellte, das ist nix für dich.
00:25:40: Das schaffst du nicht, weil es ist deutsches Steuerrecht.
00:25:43: Und mit der Sprache schaffst du das nicht. Und sie hat das geschafft und ich glaube sie war auch noch die beste von allen.
00:25:47: Und im Fachwirt hat man ihr das Gleiche gesagt.
00:25:49: Und dann hat sie auch das geschafft, und alle Leute haben ihr gesagt, du schaffst das nicht, und man schafft es.
00:25:55: Ist beim Berater das Gleiche?
00:25:56: Jetzt
00:25:56: macht sie den Steuerberater.
00:25:58: Nee, die Dame geht glaub ich bald in Rente.
00:25:59: Aber
00:26:00: Schade
00:26:03: Aber in der Steuerberaterprüfung hatte ich in der Mündlichen eine Dame aus China neben mir sitzen, wo es auch nicht Deutsch die Muttersprache war.
00:26:10: Und noch dazu ja auch nicht die Schriftart, die man kennt.
00:26:13: Also größten Respekt.
00:26:15: Also vor allem die das machen.
00:26:16: Aber wenn man nicht Muttersprache Deutsch hat, ist das einfach eine andere Hausnummer.
00:26:23: So und die Frage geht weiter.
00:26:25: Und dann der Vergleich zur Steuerberaterprüfung.
00:26:27: Das haben wir ja auch schon gesagt, der Steuerfachwirt ist wirklich die perfekte Grundlage für die Steuerberaterprüfung.
00:26:34: Die Steuerfachwirt-Prüfung ist der kleine Steuerberater und wenn man die Steuerfachwirt Prüfung geschafft hat, natürlich ist es noch mal ein Stück mehr, sich auf den Steuerberater vorzubereiten,
00:26:46: aber der Steuerfachwirt ist zumindest mal eine
00:26:49: super Basis.
00:26:51: Also es kommt nicht mehr viel dazu, was jetzt die fachlichen Inhalte angeht. Es geht mehr in die Tiefe.
00:26:58: Genau, und die Antwort ist einfach immer, man muss nur wissen wo es steht.
00:27:02: Man muss nichts auswendig können?
00:27:04: Eben!
00:27:04: Also ich war da auch irgendwann ganz schlecht drin.
00:27:06: Ich hatte das Gefühl im Gehirn, da geht nichts mehr rein, das Basic-Wissen fällt raus... ...man muss einfach nur wissen, wo man nachschaut.
00:27:12: Und dann muss man nun mal verstehen was da steht.
00:27:14: Das ist wahrscheinlich die Kunst.
00:27:16: Auch mit Aufregung.
00:27:18: Und das habe ich im Fachwirt schon gelernt, weil da ging es erst mal los, dass ich vielleicht negative Aufregung hatte bei Prüfungen, schon bei Testprüfungen.
00:27:26: Das hatte ich früher nie.
00:27:28: Also klar ist man irgendwie aufgeregt aber dass ich da erst mal meinen Herzschlag unter Kontrolle kriegen muss das hatte ich vorher nicht.
00:27:34: Das ging erst mit dem Fachwirt los.
00:27:36: So eine kleine Prüfungsangst habe ich dann entwickelt.
00:27:38: Die hatte ich auch bis zum Berater.
00:27:40: Das war nicht schön aber auch damit habe ich es geschafft Und ich glaube, viele die mich am ersten Prüfungstag gesehen haben morgens hätten nicht
00:27:48: gedacht,
00:27:49: Dass ich durchhalte! Dass ich die drei Tage überlebe.
00:27:52: Ja gut, es hängt ja auch ein bisschen was dran...
00:27:56: Also es geht?
00:27:59: Genau. Die nächste Frage: Ist in der Steuerfachangestelltenprüfung auch die Klausurtechnik schon so wie beim Fachwirt?
00:28:08: Also Ich kann natürlich nicht ganz sagen wie das heutzutage ist.
00:28:11: Aber nein Es ist nicht, vielleicht andeutungsweise.
00:28:15: In der Umsatzsteuer kann man vielleicht sagen.
00:28:18: Da geht es vielleicht ein bisschen in die Richtung weil man da nicht so viel schreiben muss sondern das geht eher um knackig, um Paragrafen und ein paar Headlines die man dazu setzt.
00:28:30: Aber im Großen und Ganzen muss man schon zeigen dass das einfach was anderes
00:28:34: also einfacher auch.
00:28:36: Aber deswegen gibt es ja die verschiedenen Schritte.
00:28:38: Das baut aufeinander auf, die mündlichen Prüfungen sind auch ähnlich aufgebaut.
00:28:43: Also das Konzept der mündliche Prüfung bleibt zum Beispiel gleich inzwischen zumindest von Vortrag.
00:28:50: Was beim Steuerfachangestellten so ein Zwei-Minuten-Ding ist glaube ich den gibts beim Berater immer noch nur ein bisschen länger und natürlich ein bisschen schwieriger oder deutlich schwieriger.
00:28:59: Aber das Konzept bleibt das Gleiche.
00:29:01: Bei der Fachangestelltenprüfung sind es auch drei Tage oder zwei, das weiß ich nicht mehr genau.
00:29:08: Das Konzept bleibt vergleichbar.
00:29:10: Es verändert sich zwar gerade auch viel zum Guten finde ich weil die Steuerberaterprüfung ein bisschen reformiert wurde.
00:29:16: Gerade oder reformiert wird da hat unser Verein auch ein Papier so veröffentlicht kann man sich gerne mal durchlesen wo's darum geht dass ein bisschen zu entzerren.
00:29:27: Das geht nicht darum das einfacher zu machen sondern Wie man ja gemerkt hat, bei mir hat das schon viel Stress verursacht.
00:29:33: Der wird dadurch jetzt auch nicht weg sein.
00:29:36: Das ist auch nicht das Ziel aber es entzerrt sich.
00:29:39: Weil diese Beraterprüfung passiert meistens ja auch in einem Leben... Abschnitt, wo man vielleicht auch noch in dem Thema Familiengründung ist und so was.
00:29:46: Und vielleicht kann man das durch die Reformierung jetzt alles ein bisschen besser miteinander vereinbaren?
00:29:52: Und man hat nicht dieses.
00:29:53: Man kann nur einmal im Jahr.
00:29:55: Ich glaube das war jetzt auf zweimal im Jahr.
00:29:59: Das
00:29:59: wird voraussichtlich nicht kommen.
00:30:01: Kommt es nicht!
00:30:02: Aber man soll Prüfungstage mitnehmen können.
00:30:06: Genau, wenn man nicht einmal durch ist – im Moment ist es ja auch immer das Problem gewesen – hast du die schriftliche Bestanden?
00:30:11: Die mündliche nicht, musst du wieder in die Schriftliche und das soll sich glaube ich auch ändern oder das ist glaube ich ein wichtiger Schritt.
00:30:19: Es geht eher darum, ob die Steuerfachangestelltenprüfung so herausfordernd ist wie Fachwirt und Steuerberater.
00:30:29: Nein würde ich nicht sagen!
00:30:30: Also sie ist machbar Und vielleicht sollte man nicht immer mit dem Ziel da reingehen, dass man damit eine Eins-Null rausmarschiert.
00:30:39: Am Ende hat man bei seinem Abschluss schon immer gehört, am Ende kräht kein Hahn danach, was man für einen Durchschnitt hatte, Hauptsache geschafft und wie es am Ende irgendwie rustt?
00:30:48: Beim Steuerberater gibt's im Moment gar keine Abschlussnote.
00:30:51: Also du hast nur deine Urkunde und da steht drauf: bestanden oder nicht bestanden.
00:30:57: Ja, reicht ja
00:30:57: auch.
00:30:59: Keine Note drauf!
00:31:02: Weitere Frage aus dem Chat.
00:31:04: Wie liefen die Vorbereitungen auf die jeweiligen Prüfungen ab?
00:31:08: Also gab es einen Unterschied zwischen, ich denke mal Steuerfachangestellte war relativ einfach, warst ja auch noch jung aber Fachwirt und Steuerberater war ja alles nebenher.
00:31:20: Genau, also Steuerfachangestellte.
00:31:21: Man geht ja ein bis zwei Tage die Woche in der Berufsschule Und ich finde hat uns sehr gut darauf vorbereitet.
00:31:28: Ja und dann bin ich zur Prüfung gegangen, habe sie geschrieben lief gut.
00:31:32: Also das war eigentlich... Ich hab da jetzt keinen extra Kurs besucht oder so.
00:31:36: Also kann man natürlich machen und jeder weiß selber ob er irgendwas Nachholbedarf hat oder es nochmal durchgehen möchte allein um die eigene Verunsicherung vielleicht ein bisschen wegzufegen ja.
00:31:45: Beim Fachwirt habe ich das nebenbei gemacht Also quasi immer am Wochenende, gemein.
00:31:52: Ich war da Samstag, Sonntag und ganz selten mal glaube ich auch noch irgendwie ein Donnerstagabend oder so.
00:31:59: Und ich habe mir, glaube ich, dann einen Monat vor der schriftlichen Prüfung Urlaub genommen und hab nochmal intensiv gelernt und es hat gut funktioniert genau.
00:32:07: Aber ich wusste auch wenn ich sowas ähnliches nochmal mache, mache ich das nicht nebenbei.
00:32:12: Also das war mir eine starke Lehre, weil mich dieses Vierzig-Stunden-Arbeiten und ja auch immer alles im Kopf haben mit den Mandanten, Fristen usw.,
00:32:24: und noch den ganzen Stoff, man hat so viele Rechtsstände im Kopf muss man sich überlegen.
00:32:29: Weil bei einem Mandanten hast du das Jahr, da hast du das Jahr, bei der Prüfung hast Du das Jahr und irgendwann hört aber auf, dass du dich beim Prüfungsding einen bestimmten Rechtsstand haben, aber der Rechtsstand geht eigentlich schon weiter.
00:32:42: Ich war dann froh, dass ich mich mit meinem Arbeitgeber beim Berater einigen konnte und habe einen Vollzeitkurs gemacht.
00:32:49: Ich meine der ging Ende Mai des Prüfungsjahres los.
00:32:53: Und ich saß da wirklich jeden Tag von morgens bis abends im Unterricht und hab wieder Einkommensteuer gelernt und was nicht alles.
00:33:01: Das war für mich die richtige Entscheidung.
00:33:04: Da sind die Wege unterschiedlich.
00:33:06: Die meisten machen aber drei Monate Freistellung und auch da, wenn man sich früh genug damit beschäftigt findet man gute Wege. Ich bin ein Jahr vorher, also im Juni des Vorjahres, mit meinen Stunden runtergegangen von der Bezahlung her.
00:33:21: Ich habe offiziell also für dreißig Stunden die Woche nur Geld bekommen, nur in Anführungszeichen, und ich hab aber trotzdem vierzig oder mehr gearbeitet und mir quasi meinen Teil der Freistellung so erarbeitet und den Rest mit Jahresurlaub.
00:33:33: Natürlich muss man schon sagen in dem Jahr hat man keinen Urlaub.
00:33:37: Dabei bräuchte man mal ehrlich eigentlich nach dieser Prüfung zwei Wochen mal eine Pause.
00:33:42: Da ist man fachlich glaube ich auch in der Arbeit echt keine Hilfe.
00:33:45: Aber viele Arbeitgeber einigen sich da, dass sie einem auch einen Teil der Freistellung geben.
00:33:51: Bei mir wurden viele der Kosten bezahlt.
00:33:54: Ja weil da muss man auch sagen das ist nicht wenig, weil man braucht ein Institut zur Vorbereitung ob es jetzt KNOLL ist oder ein anderes, die kosten nun mal Geld und ja auch zurecht.
00:34:05: Man lernt viel, man braucht das. Also sich nur mit Klausuren vorzubereiten, die man irgendwo aus dem dritten Jahr aus dritter Hand irgendwie hat, ist, glaube ich, in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt.
00:34:19: Also bei mir wäre es das definitiv nicht gewesen, also diese Vorbereitung ist wichtig aber wenn man früh genug mit der Planung auch anfängt findet man glaube ich mit seinem Arbeitgeber einen guten Weg dass man sowohl finanziell in der Freistellung in den Monaten wo man nur lernt genug Geld hat genau und der Arbeitgeber vielleicht auch einen Teil von den Kosten übernimmt.
00:34:41: Ja, es gibt ja wirklich verschiedene Modelle.
00:34:43: Genau!
00:34:43: Wenn man früh genug anfängt, findet man, glaube ich, immer einen guten Weg in Zusammenarbeit.
00:34:47: Also ich kann mich bei mir erinnern... Ich hatte glaube ich ab Januar habe ich nur noch vier Tage die Woche gearbeitet.
00:34:55: Genau machen auch viele und
00:34:56: eben mit diesem Gehaltsverzicht und dann eben auf drei Monate Freistellung also das schon vorher angespart mehr oder weniger
00:35:05: genau
00:35:06: Und das ist schon zu empfehlen.
00:35:09: Wenn man sich erst im Januar des Prüfungsjahres damit beschäftigt, dann ist es halt auch ein bisschen knapp alles, das noch unter einen Hut zu kriegen und so weiter und auch ein bisschen spät vielleicht.
00:35:18: Also wenn man sich da anderthalb Jahre mindestens vorher mit auseinander setzt und den Plan macht und den Plan mit seinem Arbeitgeber bespricht, weil denen fällt ja auch eine Vollzeitkraft weg im Zweifel natürlich zum guten Zweck.
00:35:32: Aber das muss organisiert werden und so.
00:35:34: Da muss man auch den Arbeitgeber verstehen, der versteht einen aber meistens sehr gut und die meisten wollen ja auch dass man das macht.
00:35:39: Und wenn er es nicht möchte dann muss man sich eine andere Lösung überlegen.
00:35:46: Auf deinem Karriereweg gab's Momente wo du das Handtuch werfen wolltest.
00:35:50: Also außer mit dem Zeitpunkt wo du dieses sabbatical machen wolltest oder ein Jahr reisen Gabs Momente Wo Du gedacht hast jetzt werde ich keine Ahnung Influencer oder irgendetwas anderes.
00:36:04: Das glaube ich nicht, ne?
00:36:05: Ich glaub das wäre nicht meins!
00:36:07: Ne, das hat dann natürlich damals auch private Gründe, das hatte nichts mit dem Beruf an sich zu tun.
00:36:12: Also mich hat die Steuerberatervorbereitung, das ist keine schöne Zeit also für mich war es das nicht.
00:36:17: Es gibt doch Leute, die da positiver drüber reden vielleicht.
00:36:21: Aber mich hat es schon zermürbt, dass ich in diesen Testprüfungen wahnsinnig schlechte Noten bekommen habe.
00:36:28: Man muss an der Stelle sagen, idealerweise schreibt man eine Vier Komma Null.
00:36:32: Das ist gut!
00:36:33: Im Notfall macht man die vier Komma Fünf.
00:36:35: Das ist aber ein Notfallplan und wenn man in der Vorbereitung sitzt und bei den Testklausuren regelmäßig Fünfen kassiert, fühlt sich das nicht schön an und man muss lernen.
00:36:45: Ehrlich gesagt habe ich es nicht gelernt.
00:36:46: Aber man muss am Anfang sich über 'ne Fünf freuen, weil die Fünf nicht so weit weg ist von der vier Komma fünf. Und das fand ich sehr schwierig.
00:36:55: Wenn man überlegt, dass man dann da sechs Stunden irgendwie seine Seele rausgeschrieben hat, da haben fast alle Leute Sehnenscheidenentzündungen davongetragen.
00:37:02: Das wird jetzt glaube ich besser weil man jetzt mit Tastatur schreiben kann.
00:37:08: Das fand ich übel.
00:37:09: Also da war ich froh, dass ich auch Menschen an meiner Seite hatte, die mich immer wieder aufgebaut haben.
00:37:15: Ich habe das gebraucht.
00:37:17: Es gibt ja Menschen, die können sowas sehr gut mit sich selber ausmachen.
00:37:21: Aber ich brauchte durchaus aufbauende Worte von meinem Umfeld.
00:37:25: Wer war das?
00:37:26: Genau, das war mein jetziger Ehemann vor allem und ja, man legt halt den Fokus auch in der Zeit hauptsächlich darauf. Man hat nicht mehr so viel Freizeitleben, also die meisten eigentlich gar keins, muss man sagen, und eigentlich sollte man sich vielleicht ein bisschen mehr die Zeiten nehmen.
00:37:43: Hätte ich vielleicht auch mehr machen sollen, mehr rausgehen, sich zwingen rauszugehen, frische Luft, Hirn durchpusten, habe ich, glaube ich, schon zu wenig gemacht.
00:37:53: Aber mein damals noch Freund hat mich dann, hat mich immer aufgebaut und es war auch sehr wichtig.
00:37:59: Aber er hat nichts mit der Branche
00:38:01: zu tun?
00:38:01: Nein, gar nichts!
00:38:02: Weil das ist eben auch oft schwierig fürs Umfeld, die nicht aus der Branche sind und diese Prüfung nicht kennen.
00:38:09: Die verstehen
00:38:10: das nicht.
00:38:10: Das
00:38:10: zu verstehen und da auch zu helfen weil meistens kommt der Spruch: Ach, schaffst du schon, hast du bis jetzt alles super geschafft, warum solltest du die Prüfung
00:38:20: nicht schaffen?
00:38:21: Ein Mix in dem Moment.
00:38:22: Genau und dann kriegt man die fünf zurück und es kommt keine Erklärung dafür Weil die es auch nicht erklären können.
00:38:28: Und im Zweifel sind sie genauso verunsichert, weil sie denken... ...die lernt den ganzen Tag und schreibt nur fünf.
00:38:33: Oder was ist denn da jetzt los?
00:38:35: Dabei ist eine Fünf eigentlich am Anfang nicht schlecht!
00:38:37: Das ist genau der Punkt und das fand ich für mich sehr hart.
00:38:42: Es ging nicht nur mir so.
00:38:44: Die Leute, die da im Kurs sitzen, sind ja meistens doch recht intelligente Menschen, die aus früheren Schulzeiten andere Noten gewohnt waren.
00:38:51: Dann stehst du da plötzlich und hast ne Fünf oder ne Sechs oder musst dich über eine Vier-Komma-Drei freuen, wo du dir früher gedacht hättest:
00:39:01: Gerade noch mal gut gegangen, so ungefähr. Und das fand ich ganz, ganz schwierig.
00:39:06: Und tatsächlich, ich glaube, ans richtige Aufgeben habe ich nicht gedacht, weil ich bin dann schon so:
00:39:10: Jetzt hab ich damit angefangen,
00:39:11: jetzt mache ich das auch zu Ende. Weil ich saß schon einmal kurz bei meinen Chefs, weil wir hatten am Anfang ein anderes Konzept mit nebenbei arbeiten.
00:39:19: So ein bisschen macht es nicht.
00:39:23: Ich habe sehr schnell nach einem Monat gemerkt, dass das nicht funktioniert.
00:39:26: Und wir haben nicht sehr viel geredet, aber man hat es dann trotzdem im Kopf, und das ist das Problem, Fristen und so weiter.
00:39:32: Dann saß ich nach dem Monat wieder bei meinen Chefs und hab gesagt, das funktioniert nicht.
00:39:36: Also auch wenn's nicht viele Stunden waren, glaube ich, ungefähr zehn Stunden im Monat, aber das waren zehn Stunden
00:39:41: zu viel
00:39:42: für mich zumindest.
00:39:43: Das funktioniert nicht kann ich nicht empfehlen.
00:39:45: Das haben die mir tatsächlich kurz vorgeschlagen, ob ich abbreche, weil sie meinen Zustand gesehen haben, eventuell.
00:39:52: Ich war schon ein bisschen fertig.
00:39:54: Da hab ich die aber völlig entgeistert angeguckt und gesagt, nee jetzt habe ich damit angefangen!
00:39:58: Ich höre doch jetzt nicht auf.
00:40:00: Also da war ich dann schon so auch wenn es eine sehr anstrengende Zeit war, richtig aufgegeben daran habe ich nicht gedacht.
00:40:08: Ich habe irgendwann probiert, habe ich auch ein bisschen gegoogelt, was mir helfen könnte, ein bisschen mehr mich nicht über dieses Ergebnis zu definieren.
00:40:17: Ich glaube, das machen ganz viele.
00:40:19: Man ist nicht weniger wert, wenn man diesen Titel nicht schafft.
00:40:22: Man kann trotzdem ... Man ist ein toller Mensch und man kann zufrieden mit seinem Leben sein.
00:40:27: Der Titel ist nicht alles im Leben.
00:40:29: Und fünfzig Prozent müssen die zweite Runde drehen?
00:40:34: Eben, es ist völlig normal.
00:40:36: Wenn man die zweite Runde nicht drehen möchte, ist auch in Ordnung.
00:40:39: Das ist ein Titel... Der ist nice to have, keine Frage.
00:40:43: Allein geldtechnisch macht das natürlich einen großen Unterschied.
00:40:47: Aber man sollte sich nicht nur über diesen Titel definieren.
00:40:50: Ja da gibt es auch eine... also wir haben eine spannende Podcast-Folge gehabt.
00:40:55: Mit wie baue ich meine mentale Stärke für diese Prüfung auf?
00:41:00: Das ist einer der wichtigsten Dinge bei dieser Prüfungen meiner Meinung nach.
00:41:03: Also
00:41:03: für den, der Prüfungsangst hat, der auch davor ein bisschen Angst hat, hört ruhig in die Folge rein.
00:41:10: Ich glaube das schadet einem gar nicht.
00:41:13: Also selbst die Menschen, die da eher so locker-flockig sind, die werden in dieser Zeit das vielleicht auch mal anders erleben und sich mental zu stärken ist, glaube ich, das Beste, was man
00:41:21: machen kann.
00:41:23: Jetzt muss man aber dazu sagen hast du natürlich auch ein Powerprogramm durchgezogen also hier von Mai erst ab Mai in die Vorbereitung zu gehen ob es Vollzeit ist oder nicht.
00:41:34: Aber manche sind auf Mai freigestellt nachdem sie schon ein halbes Jahr gelernt haben.
00:41:40: Das ist natürlich auch noch mal eine besondere Situation da.
00:41:43: Also ich habe schon vorher angefangen, so ein bisschen.
00:41:46: Ich hab glaube ich locker-flockig im Dezember angefangen aber wirklich ganz ein bisschen in diese Thematik reinkommen und da hatte mein Anbieter auch Möglichkeiten, dass man da so ein Bisschen... das habe ich mir hier und da angehört, aber intensiv los ging es dann, ich glaube eben Ende Mai mit dem Vollzeitkurs.
00:42:07: Da hatte ich glaube ich eh schon ein bisschen mehr Freistellung als die meisten haben.
00:42:10: Ich glaub, die meisten machen drei Monate, ich hatte ja ein bisschen mehr dann und das war für mich der richtige Weg.
00:42:16: Es gibt auch Modelle da, die fünf Monate freigestellt sind.
00:42:19: Also es gibt wirklich alles, es gibt auch Teilnehmer bei uns, die gar keine Freistellen
00:42:25: haben.
00:42:25: Das ist
00:42:26: verrückt!
00:42:26: Ja wo wir sagen zwei Wochen oder man muss sich irgendwo den Fokus auf die Prüfungen bekommen ohne Freistellung.
00:42:35: Also es gibt immer Ausnahmen, muss man sagen.
00:42:38: Aber ich sag mal die große Masse ist das vielleicht nicht ganz empfehlenswert?
00:42:42: Ja gut!
00:42:48: Ich würde gerne noch ein anderes Thema ansprechen weil wir gerade noch keine anderen Fragen haben.
00:42:54: Das Besondere ist ja auch dass man die Qualifikation des Steuerberaters auch ohne Studium erlangen kann.
00:43:01: Das hat man nicht bei vielen freien Berufen.
00:43:03: Also Ärzte, Notare, Rechtsanwälte... Da ist überall ein Studium gefordert, beim Steuerberater nicht.
00:43:11: Hattest du in deiner Karriere irgendwann mal das Gefühl, dass dir ein Studium fehlt?
00:43:17: Eigentlich nicht!
00:43:19: Kann ich nicht sagen.
00:43:20: Wenn ich jetzt auch Stellenausschreibungen mal gelesen habe, stand da tatsächlich auch immer mal bei Suche Steuerberaterinnen und Steuerberater (Praxisweg bevorzugt), so ungefähr.
00:43:31: Also das finden viele Arbeitgeber inzwischen fast besser, weil man halt einfach den Alltag kennt seit vielen, vielen Jahren.
00:43:37: Wie läuft diese Kanzlei?
00:43:40: Ist natürlich in jeder Kanzlei unterschiedlich aber habe ich so nicht gemerkt gar nicht eigentlich.
00:43:45: Und das ist eben der Punkt.
00:43:47: Ich glaube Wirtschaftsprüfer und Steuerberaterinnen sind die einzigen akademischen Grade, die man in Deutschland ohne Studium und theoretisch auch ohne Abitur erwerben kann.
00:43:57: Ich für meinen Teil habe auch kein Abitur, ich hab einen Realschulabschluss und dann die Lehre gemacht.
00:44:03: Und jetzt bin ich Steuerberaterin.
00:44:04: Also es funktioniert.
00:44:07: Und ich glaube, das wurde nicht so viel
00:44:10: erwähnt, leider, in der Berufsschule, dass es geht.
00:44:14: Ich glaube ich habe das über andere Wege
00:44:15: mitbekommen.
00:44:17: Ja und das ist auch wichtig zu erzählen und darüber zu informieren weil Das ist eben die tolle Chance mit diesem Ausbildungsberuf.
00:44:27: Man kann wirklich bis zum Vorstand
00:44:34: kommen.
00:44:34: Was mich schon manchmal so ein bisschen ärgert, also wenn man eine Ausbildung gemacht hat, das finde ich, dass man schon mitkriegt: Meistens
00:44:39: ist es so, die Leute, die studiert haben, verdienen mehr Geld und das hat mich eigentlich schon immer geärgert weil ich mir dachte wieso?
00:44:46: Also meine Ausbildung hat auch drei Jahre gedauert und ich habe die ganze Praxiserfahrung.
00:44:51: Und wieso verdient jetzt jemand, der studiert hat und nun mal dann nur Theoretiker, Theoretikerin ist, mehr Geld?
00:44:57: Das fand ich eigentlich immer unfair und das ist einfach ein Job den man erreichen kann.
00:45:04: Wo man im Zweifel auch mehr verdient als der kommt natürlich immer drauf an.
00:45:07: Was aber als die Leute die studiert haben?
00:45:10: Also kann ich bei mir zum Beispiel sagen
00:45:12: genau und dann insbesondere wenn man dann auch den Fachwirt hat oder den Steuerberater Ist dieses Gefühl auch nicht mehr da, dass man im Zweifel weniger wert ist als der Kollege?
00:45:23: Genau.
00:45:24: Aber ist man auch vorher nicht, ne?
00:45:26: Ja,
00:45:27: genau.
00:45:27: Und
00:45:27: irgendwie hat man manchmal so das Gefühl... Weil dann die Gesellschaft manchmal dieses Gefühl vermittelt, finde ich und das ist aber falsch!
00:45:33: Man ist genauso viel wert und hat genauso viel auf den Kasten wie Menschen, die studiert haben.
00:45:36: Ja, ja genau.
00:45:40: Wir kommen langsam zum Ende.
00:45:43: Was wäre denn dein Rat an Steuerfachangestellte, die zweifeln, ob sie eine Weiterbildung schaffen, den Steuerfachwirt oder selbst den Fachassistenten, wo der Steuerfachwirt zu groß klingt und zu unerreichbar klingt?
00:45:58: Machen.
00:46:00: Einfach machen!
00:46:01: Man schafft das. Nicht
00:46:02: so viel zweifeln, mehr an sich selber glauben.
00:46:06: Sich im Zweifel.
00:46:08: Vielleicht fragt man einfach auch mal seine Kollegen, die einem im Zweifel wahrscheinlich ziemlich sicher sagen werden: Doch, macht es, wieso denn nicht?
00:46:18: Und sollte man, wieso auch immer, ein Umfeld haben,
00:46:20: das einem sagt, du schaffst das nicht, und du aber der Meinung bist, ich möchte es aber machen, dann mach das, ja, man schafft das.
00:46:28: Genau so.
00:46:31: Und an junge Menschen die noch zweifeln ob die Steuerbranche das richtige für sie ist was sind so die drei Punkte wo du sagst wenn dir das liegt, wenn dir das Spaß macht, dann ist die Steuerbranche auch genau das Richtige für dich.
00:46:45: Also Ich glaube, es ist natürlich ein flexibler Job.
00:46:49: Der wandelt sich auch.
00:46:50: Es ist nicht mehr dieses man muss stupide fünf Tage die Woche ins Büro gehen.
00:46:53: Das ist ein Job.
00:46:55: Da kann man gut von zu Hause arbeiten und wenn der Arbeitgeber die Möglichkeit anbietet, das natürlich auch irgendwie in gewissen Maßen, kann man das dann auch natürlich mit Urlaub verbinden und Workation machen, wie es jetzt so schön heißt.
00:47:09: Es geht natürlich nicht mit jedem Job.
00:47:11: Als Friseur kannst du nicht von zu Hause aus arbeiten.
00:47:13: Richtig,
00:47:13: genau!
00:47:13: Als Friseur ist das ungünstig oder als Schreiner, und das ist natürlich ein Vorteil und man ist relativ... flexibel, wenn es dann vielleicht auch mal in das Thema Familienplanung geht.
00:47:26: Dass man da nicht zwingend von acht bis drei arbeiten muss, viele Arbeitgeber sind dann sehr flexibel und sagen: Ja, es ist mir eigentlich egal, wann du arbeitest, Hauptsache, du machst deinen Job!
00:47:35: Und wenn du das um acht Uhr abends machst, wenn die Kinder ins Bett sind, ist das so.
00:47:39: Das ergibt natürlich viele Möglichkeiten aber man sollte natürlich eine gewisse Affinität für Zahlen haben und wirtschaftliches Interesse, wie Unternehmen funktionieren, der unterschiedlichsten Branchen, und mit Menschen zu tun haben wollen.
00:47:55: Also es gibt natürlich trotzdem auch im Job, gerade als Steuerberaterin, Steuerberater, durchaus die Möglichkeit.
00:48:00: Wenn man eher menschenscheu ist gibt's auch Möglichkeiten.
00:48:03: Ja, dass man nicht so viel mit Menschen zu tun hat, aber an sich sollte man gerne mit Menschen zu tun haben, glaube ich.
00:48:10: Also gerade die Mandantenarbeit das macht aber auch Spaß.
00:48:14: Mit der Zeit lernt man da wirklich tolle Menschen kennen und sieht die Entwicklung von Unternehmen.
00:48:18: Im Zweifel hat man als Azubi, oder die Unternehmerin hat vielleicht mit einem angefangen, dann ist man Steuerberater.
00:48:25: Das kriegen ja die Mandanten auch mit und freuen sich mit einem mit.
00:48:28: Und dann ist währenddessen das Mandat auch gewachsen und es nicht mehr so ein Ein-Personen-Laden, sondern hat am Ende hundert Angestellte.
00:48:34: Also das ist ja auch ein tolles Gefühl wenn man das mit begleiten konnte über die ganze Zeit.
00:48:38: Ja und man kriegt auch sehr schnell Verantwortung wenn man möchte
00:48:42: Genau.
00:48:43: Natürlich,
00:48:43: es gibt auch die Variante, ich möchte keine Verantwortung.
00:48:46: Ich möchte Steuerfachangestellte bleiben.
00:48:49: Ich will meinen Nine-to-five-Job haben, aber eben die, die weiter wollen, mehr Verantwortung.
00:48:58: Da ist, glaube ich, der Kanzleiinhaber der Letzte, der sagt: Nee, mach ich selber, wenn er sieht.
00:49:04: Aber auch da entwickelt sich das inzwischen?
00:49:06: Es gibt inzwischen Kanzlei-Leiter, die gar keine Steuerberater mehr sind.
00:49:11: Das ist vielleicht auch manchmal gar nicht so verkehrt wie man dann eher als Menten sagen würde, nennen wir es mal Manager.
00:49:16: Kanzleimanager, Kanzleimanagerin... das sind doch immer mal inzwischen Steuerfachangestellte.
00:49:21: Das ist dann gar nicht mehr ein fachliches Thema sondern eher ein Orga-Thema.
00:49:25: Und das sind alles Möglichkeiten, die sich so ein bisschen jetzt öffnen.
00:49:28: Und auch die KI hat natürlich seine Schwierigkeiten durchaus aber auch einfach seine Kann man ganz tolle Sachen mitmachen und das entwickeln sich auch neue Berufsfelder.
00:49:38: Also es ist ein wirklich vielseitiger Beruf?
00:49:41: Genau, auf jeden Fall!
00:49:42: Lange nicht mehr das verstaubte... Hier hast du einen Schuhkarton mit meinen Belegen, mach mal meine Steuererklärung.
00:49:48: Das ist schon lange nicht mehr so.
00:49:51: Wie kann man dich erreichen?
00:49:53: Wahrscheinlich über LinkedIn.
00:49:54: Genau, auf LinkedIn bin ich natürlich unterwegs.
00:49:57: Genauso wie der Verein, wenn man da irgendwie Fragen hat, sich engagieren möchte, Mitglied werden möchte, ist übrigens nicht so teuer und kann man auch als Anwärterin oder Anwärter des Steuerberatertitels noch günstiger werden.
00:50:10: Es ist natürlich immer herzlich willkommen, uns zu kontaktieren.
00:50:12: Wir haben immer mal Events coole Veranstaltungen oder einfach ein paar Informationen und wenn man aber irgendwelche Ideen hat dass man das seiner Schule gerne vorstellen möchte dann so meldet euch immer gern bei uns.
00:50:24: Da freuen wir uns, mehr junge Leute für den Job.
00:50:28: Das ist wichtig denn man braucht den Nachwuchs.
00:50:32: Genau das ist eben der letzte Punkt.
00:50:34: Steuerfachangestellte, Fachwirte und Steuerberater werden gesucht wie Sand am Meer. Also nicht nur gesucht wie Sand am Meer, sondern wir brauchen sie, und genau deswegen ist es ein Beruf mit Zukunft.
00:50:51: Genau auch.
00:50:52: Für KNOLL gilt: Wenn es Fragen gibt, gerne bei uns melden und/oder auf der Webseite.
00:50:59: Wir helfen gerne.
00:51:01: Dann danke ich dir sehr für dieses ausführliche Gespräch.
00:51:04: Vielen Dank für die Einladung
00:51:06: Und ja, ich hoffe, den Zuhörerinnen und Zuhörern hat's gefallen, und wenn noch Fragen sind Wir leiten sie auch gern eigentlich
00:51:13: weiter.
00:51:13: Genau, kann man im Nachgang immer gerne klären.
00:51:15: Genau Dann vielen dank und tschüss!
00:51:18: Schönen Abend.
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